Spätantiker Münzhort in Rommerskirchen

Aus der Grabenverfüllung eines Burgus konnten im Zuge archäologischer Ausgrabungen insgesamt 180 römische Münzen geborgen werden.


Die Münzen lagen in lockerer Streuung in einem mehrere Quadratmeter umfassenden Bereich. Die älteste Münze ist ein As des Domitian mit einem Prägedatum zwischen 80 und 81 n. Chr., das jüngste Exemplar zeigt den oströmischen Kaiser Flavius Arcadius und entstand um 400 n. Chr. Die überwiegende Mehrheit der Münzen stammt aus dem 4. Jahrhundert.

Da die Münzen in unterschiedlichen Höhenniveaus gefunden wurden und auch zeitlich keine Abfolge erkennbar war, ist eine in situ Lage eher unwahrscheinlich. Denkbar wäre, dass es sich hierbei um einen Münzhort aus der Zeit nach 400 handelt, der zusammen mit der Verfüllung des Grabens sekundär verlagert wurde.

 
Beutel verloren?

Von der Sohle einer merowingerzeitlichen Kellergrube an der Gillbachstraße in Rommerskirchen stammt ein Fund-Ensemble des 7. Jh., das vermutlich ehemals in einem organischen Gefäß oder Beutel hier deponiert oder verloren wurde.


Es handelt sich um 41 unterschiedliche Glasperlen, 10 Bernsteinperlen, eine Bronzepinzette und bislang nicht identifizierte, vermutlich von einer Fibel stammende Eisenreste. Der Fund gelang im Zusammenhang mit archäologischen Ausgrabungen im Jahre 2013.
 
 
Fund des Monats Mai 2011 im LVR-LandesMuseumBonn

Eine sog. Marneschüssel aus der Merzenicher Heide (Kreis Düren)


Eine der Gruben einer eisenzeitlichen Siedlung enthielt zahlreiche Fragmente eines einzigartigen Gefäßes. Dabei  handelt es sich um eine sog. Marneschüssel, die mit der Öffnung nach unten liegend angetroffen wurde. Die in großen Teilen erhaltene Schüssel wurde in der Werkstatt des LVR-LMB restauriert und als Fund des Monats Mai präsentiert. Das Gefäß zeigt innen und außen eine aufwendige geometrische Ritzverzierung. Darüber hinaus sind Reste von roter und dunkler Bemalung erhalten. Form und Schulterverzierung weisen deutlich auf Einflüsse aus der frühlatènezeitlichen nordfranzösischen Marnekultur hin. Die Schüssel aus der Merzenicher Heide unterscheidet sich jedoch durch ihre aufwendige Verzierung von den mehrheitlich unverzierten Exemplaren aus Frankreich (S.J., Foto: H.-Th. Gerhards/LVR-Museumsverband).

 
 
Neues vom Bonner Friedensplatz

Am Bonner Friedensplatz wird zurzeit ein Teil der barockzeitlichen ‚Bastion Heinrich’ ausgegraben.



Neben der nördlichen Face, der nördlichen Flanke und einem Teilbereich der Kurtine wird auch die anschließende Bebauung aus der Mitte des 19. Jh. untersucht. Hierbei handelt es sich um die Keller von vermutlich zwei Gebäuden, deren Abwässer in einem gemeinschaftlichen, an die Bastionsmauer angrenzenden Dreikammerabfluss-System entsorgt wurden. Münzfunde datieren die Bebauung nach 1840. Es wurden Baumaterialien der Bastion verwendet, welche von Dezember 1717 bis Juni 1718 bis zur Brustwehr abgetragen wurde (S.T.)
 
 
Gesicht aus der Jungsteinzeit

Die im Frühjahr 2009 abgeschlossenen Ausgrabungen am Valdersweg in Merzenich förderten eine kleine archäologische Sensation zutage.


Aus der Verfüllung einer jungsteinzeitlichen Abfallgrube wurde ein aus Ton modelliertes Köpfchen geborgen. Es kann als Rest einer sog. Idolfigur interpretiert werden. Das nahezu vollständig erhaltene Köpfchen schickt sich an, als ältestes Gesicht des Rheinlandes in die aktuelle Forschungsgeschichte einzugehen. (TI/HH)